Werksanlage

Eigentlich war nur eine einfache Teststrecke auf einer 120x90 cm Platte geplant: Eine Gleisoval, auf dem die Loks Aufwärmrunden drehen könnten. Bald erhielt das Oval aber ein Ausweichgleis und Abstellgleise, dann einen "großen Bruder", nämlich eine zweite Platte mit 120x90 cm, um zwei Kreise fahren zu können. Das große Oval sollte vor allem auch den Tests für Blockschaltungen analog und digital dienen.

Während der Bahnfahrt zum Miniatur Wunderland in Hamburg kam die Idee, diese Teststrecke mit einer alten Idee einer Werksanlage zu verknüpfen: Ein Zug fährt mit Rohmaterial in ein Werk hinein, mit Fertigware aus dem Werk wieder heraus. Der Trick dabei: Es handelt sich eigentlich um zwei Züge, die sich in einem "Schattenbahnhof" hinter der Kulisse treffen.

Die Idee stammt aus dem Buch "Unsere Modelleisenbahn" von Gerhard Rosenzweig, das ich vor ca. 40 Jahren gelesen habe. Seither war sie in meinem Kopf immer wieder vorhanden. Die Testanlage erhielt also eine Kulisse, das große Oval mit dem Ausweichgleis hinter der Kulisse wurde zum Schattenbahnhof.

Nun waren auf der Teststrecke aber natürlich noch das kleine Oval und die Abstellgleise. Auch die sollten also genutzt und in den Fahrbetrieb eingebunden werden. So pendelt nun ein Kurzzug (Schienenbus oder eine Lok mit zwei Waggons) im kleinen Kreis und zwei Loks (eine Leerlok und eine Lok mit einem Waggon) von den hinteren zu den vorderen Abstellgleisen.

 


(großes Bild)

Im Mai 2008 war zwar die Landschaftsgestaltung noch nicht fertig, aber es gab den ersten Automatikbetrieb, den mein Bruder und seine Enkelin aufmerksam verfolgen:

 

    
Die Geschichte zum Film:

In einem Werksgebiet (Voest?) fahren natürlich viele Züge. Zu Beginn sieht man eine Dampflok BR 92 mit einem BP-Wagon und einem geschlossenen Waggon aus dem Haupteingang des Werkes (links) herausfahren, daneben eine Diesellok V 100 mit einem Bierwagen. Die Dampflok fährt bei einer anderen Einfahrt (Anlagenmitte) wieder ins Werk hinein, die Diesellok hält kurz vor dem Signal, bevor sie auf ein Stumpfgleis fährt und dort wartet.

Anschließend kommt eine Diesellok 2016 mit Rohstoffen aus dem Tunnel (rechts) und fährt ins Werk. Geladen sind Holz und Kohle, der Tiefladewagen ist leer.
Inzwischen kommt die Dampflok wieder aus der Nebeneinfahrt heraus und wartet vor der Weiche, bis die V 100 mit dem Bierwagen wieder im Werk ist. Dann fährt auch sie wieder ins Werk rein.
Nun kommt die 2016er alleine aus dem Werk raus und stellt sich auf ein Abstellgleis. Anschließend kommt wieder die Dampflok (die könnt in der Folge öfter hin und her) und dann wieder die V 100 mit dem Bierwagen. Die Leerlok (2016) schiebt dann wieder ins Werk zurück und kommt dann mit Wagons wieder aus dem Werk heraus. Doch diesmal muss sie warten, weil auch die V 100 mit dem Bierwagen gerade ins Werk hineinfährt und ausserdem die BR 92 ebenfalls aus dem Werk herauskommt!
Nachdem sich das Knäuel aufgelöst hat, kann der Zug aus dem Werk weiterfahren - und man kann sehen, dass hinter der 2016-er der Tiefladewagen nun beladen ist und das Holz und die Kohle abgeladen wurden.
Nach diesem ersten Zyklus sieht man das ganze noch einmal von der anderern Seite. Dabei ist auch zu erkennen, dass es unterschiedlieche Wege der Züge gibt: Mal kommen sie vom linken, mal vom rechten Gleis aus dem Werk heraus, manchmal treffen sich die langen Züge mit dem Bierzug, manchmal nicht.
 

Juni 2008: Automatikbetrieb auf der Werksbahn - nun wirklich fertig

Nun ist die "Werksbahn" fertig. Daher zwei neue Videos auf YouTube: Eines zeigt noch einmal den Ablauf für Zuschauer (diesmal pendelt der ÖBB Schienenbus im Werk), das zweite gibt einen Blick hinter die Kulissen

 

 

Geplante Erweiterung der Anlage:
Geplant ist eine Erweiterung der Anlage um ein weiteres 120x90 cm Element, das die Möglichkeit einer Kehrschleife sowie weiterer Bahnsteige im sichtbaren und im unsichtbaren Bereich bietet. Die Erweiterung nach hinten (Abstellgleise) und nach außen (Verbindung zur Modulanlage) ist durch den Einbau einer Doppelkreuzungsweiche bereits vorgesehen.